Wohnmobil-Trend: Ferienwohnung auf vier Rädern

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Wohnmobil-Trend: Ferienwohnung auf vier Rädern

Eine Ferienwohnung an der Ostsee oder doch lieber in Südfrankreich? Ein Wohnmobil macht beides möglich. Immer mehr Deutsche setzen auf das Wohnmobil, sagt Horst Spiertz. Im Interview verrät der Inhaber des Reisemobil-Handels Auto & Freizeit, warum die Mobile eine Alternative zur Ferienwohnung werden.

Was fasziniert Menschen an Reisemobilen?

Sie geben ein Stück Freiheit.  Der Urlaub wird zum kleinen Abenteuer: Sie können ihren Urlaub frei gestalten und das vor allem auch vom Zeitpunkt. Ein Hamburger etwa kann am Freitag spontan entscheiden, am Wochenende an die See zu fahren. Das Reisemobil steht vor der Tür, er muss nur schnell packen und kann losfahren.

Worauf legen Kunden beim Kauf eines Wohnmobils besonders wert?

Besonders wichtig ist es, ein komplett ausgestattetes Fahrzeug zu haben. Das hat sich in den letzten Jahren so entwickelt: Heute muss das Fahrzeug schon mehrere Features haben, damit der Kunde es überhaupt kauft. Es muss alles dabei sein vom Kochbereich bis zur Wellnessdusche. Außerdem sollten der Dusch- und Toilettenbereich getrennt sein und auch auf den Schlafkomfort wird viel Wert gelegt.

Die Ausstattung der Wohnmobile geht bis in den Luxusbereich. Sind sie mittlerweile auch für Leute, die keinen klassischen Campingurlaub wollen eine Alternative zur Ferienwohnung?

Ich würde sagen, ja. Wir vertreiben zwar nicht den absoluten Luxusbereich von 250.000 Euro aufwärts, sondern enden bei einer Preisklasse um die 150.000 Euro, aber schon in diesem Segment sind die Fahrzeuge bis zu neun Meter lang und so aufgebaut, dass sich das Gefühl ergibt, einen Rückzugsort zu haben. Da ist es auch mal möglich, die Tür hinter sich zu schließen.

Was war das außergewöhnlichste Wohnmobil, das sie bisher gesehen haben?

Was mich immer wieder fasziniert sind die Mobilie von Vario. Das ist ein Ausbauer im Luxusbereich, bei dem der Kunde sein Fahrzeug bis ins kleinste Detail individuell ausstatten kann. Die Modelle werden auf einem LKW-Gestell gebaut. Da ist dann unten noch eine Garage für das Cabrio drin. Mich beeindruckt daran, dass diese Fahrzeuge teilweise acht- oder neunhunderttausend Euro kosten und man es trotzdem schafft, sie zu vermarkten.

Sie sind auch im Ausland aktiv. Inwieweit untrescheidet sich der Markt für Wohnmobile in Ländern wie Norwegen oder Korea von dem in Deutschland?

Korea ist ein ganz junger Markt. Da gibt es dieses Camping-Konzept noch gar nicht so lange. Wir sind jetzt seit fünf Jahren dort und zu der Zeit hat man tatsächlich gerade erst mit der Entwicklung von Campingplätzen begonnen. Dort gibt es außerdem keine Reisemobile, sondern nur Wohnwagen. Denn von Deutschland können wir momentan kein Mobil nach Korea einführen, weil die Abgasnorm eine andere ist. Die sind da tatsächlich schon viel weiter. Norwegen ist wiederum ein ganz anderer Markt. Es ist ein sehr reiches Land, deshalb gehen da fast nur Fahrzeuge mit einer Highend-Ausstattung. Der Norweger legt sehr viel Wert auf Luxus und gehobene Qualität.

Wie sieht die Wertentwicklung von Wohnmobilen aus? Lohnt es sich eher ein neues oder ein bereits gebrauchtes Mobil zu kaufen?

Die Wertentwicklung ist bei Reisemobilen zum Glück anders als bei Autos. Das liegt auch an der individuellen Austattung. Wenn Sie ein Wohnmobil nach einem Jahr wieder abgeben wollen, ist der Wertverlust da nicht so dramatisch und das wird mit den Jahren noch deutlich weniger. Wenn Sie nach fünf Jahren ein Wohnmobil zurückgeben wollen oder sich ein neues kaufen, dann stellen Sie fest, dass der Wertverfall total gering ist. Das hat natürlich auch mit dem Markt zu tun. Der Gebrauchtwagenmarkt ist wie leer gefegt und dadurch ist der Wert auch ziemlich stabil. Da lohnt es sich schon, in einen Neuwagen zu investieren.

Foto: ©cookelma