Bewerbung um eine Mietwohnung: Wie ich als Mieter überzeuge

Bei der Bewerbung für eine Mietwohnung ist es äußerst hilfreich, sich die Arbeitsweise und die Betrachtung eines Maklers zu vergegenwärtigen. Lässt man einen Makler „aus dem Nähkästchen plaudern“, ergeben sich klare Prioritäten für die Mieterauswahl.

Bewerbung um eine Mietwohnung: Wie ich als Mieter überzeuge

Bei der Bewerbung für eine Mietwohnung ist es äußerst hilfreich, sich die Arbeitsweise und die Betrachtung eines Maklers zu vergegenwärtigen. Der Makler arbeitet als Bindeglied zwischen Mieter und Vermieter. Beauftragt wird der Makler in der Regel vom Vermieter. Lässt man einen Makler sozusagen „aus dem Nähkästchen plaudern“, ergeben sich klare Prioritäten für die Mieterauswahl. Denn schließlich wünscht sich der Vermieter in seinem Objekt einen Vertragspartner, der sichere Mieteinnahmen für einen möglichst langen Mietzeitraum garantiert. Darüber hinaus liegt es im Interesse des Vermieters, möglichst keine Leerstandszeiten zu haben, denn bei einem Großteil der Vermieter ist die regelmäßige Mieteinnahme die Säule des eigenen Finanzierungskonzeptes. Berücksichtigen Sie als potenzieller Mieter diese Grundannahmen, können Sie bei einer Besichtigung mit dem Makler bewusst auf diese Befindlichkeiten eingehen und Ihre Erfolgsaussichten effektiv steigern.

 

Ausgewogenes Verhältnis von Einkommen und Miete

Mieten sind im Bundesdurchschnitt in den vergangenen Jahren gestiegen – in den besonders teuren Ballungszentren müssen viele Arbeitnehmer inzwischen einen recht großen Teil des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens für die Miete aufbringen. Als Faustregel gilt, dass die Miete 50 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen sollte. Denn neben der Ausgabe für seine Wohnung hat man auch die üblichen Fixkosten des Lebens wie Essen, Versicherungen usw. zu tragen.
So sollten Sie bei einer Wohnung die beispielsweise 600 € Warmmiete kostet über ein Nettoeinkommen von mindestens 1200 € verfügen.

Sehen Sie als Mieter von der Bewerbung um Mietobjekte ab, deren Miete diesen Wert von 50 Prozent übersteigt. Denn weder der Makler noch der Vermieter werden das Risiko eingehen, bei einem ungünstigen Verhältnis non Nettoeinkommen zur Monatsmiete, mit unregelmäßigen Mietzahlungen rechnen zu müssen.

 

Kurzmietverhältnisse bedeuten für den Vermieter einen großen Aufwand

Die meisten Vermieter wünschen sich langfristige Mietverhältnisse. Warum? Nun die Kosten für einem Mieterwechsel sind nicht nur mit Provisionszahlungen an den Makler sondern oft auch mit Reparatur- und Renovierungskosten verbunden. Somit hat der Vermieter bei jedem Mieterwechsel Kosten. Auch hierzu gibt es eine Faustregel: Die meisten Vermieter vereinbaren im Mietvertrag eine Mindestmietzeit von einem Jahr. Haben Sie beispielsweise einen befristeten Job angenommen, der nur für weniger als ein Jahr vertraglich bestätigt ist, sollten Sie den Makler fairerweise darüber in Kenntnis setzen. Das mindert möglicherweise  Ihre Chancen auf die Wohnung, aber Sie vermeiden damit unnötigen Ärger im Nachgang. Planen Sie Ihr Mietverhältnis langfristig können Sie dies ebenfalls kommunizieren und den Makler fragen, ob es von Vorteil wäre, wenn Sie sich vertraglich zwei oder sogar drei Jahre binden. Eine Mietbindung von zwei oder drei Jahren erhöht die Zustimmung des Vermieters.

 

Flexibilität bei Fristen zahlt sich aus

Wie eingangs erwähnt ist für Vermieter äußerst wichtig, möglichst keine oder nur sehr kurze Leerstandszeiten zu haben. Oft bedingen Kündigungsfristen des Vormieters, dass die Wohnung mehrere Wochen oder Monate leer steht. Beispielsweise, weil der Mieter erst ganz zum Ende der Mietfrist auszieht und in der Wohnung Renovierungsarbeiten anstehen. Zeigen Sie sich hier flexibel und beharren Sie nicht auf Fristen. Je früher Sie in eine Wohnung einziehen und der Vermieter wieder regelmäßige Mieteinnahmen zur Verfügung hat, desto eher wird die Entscheidung auf Sie fallen. Bieten Sie beispielsweise an, bei den Verschönerungsarbeiten zu helfen und zeigen Sie sich bereit, unter Umständen auch etwas früher als ursprünglich geplant einzuziehen.

 

Haustiere: Offenheit ist bei Vierbeinern besonders wichtig

Für viele Vermieter sind Haustiere per se nicht gewünscht, da die Abnutzung der Böden und Wandbeläge höher ist als ohne Fellmitbewohner. So hinterlassen beispielsweise Hundekrallen im Parkett Spuren oder Katzen toben sich an der Tapete statt dem Kratzbaum aus. Sollten Sie sich für eine Wohnung interessieren, geben Sie daher am besten an, wie viele Haustieren Sie haben und in welchem Alter diese sind. Junge Hunde beispielsweise, die sich noch in der Erziehungsphase befinden, können am Wohneigentum erheblichen Sachschaden anrichten. Sollten Sie ein solches Tier besitzen, sprechen Sie den Makler darauf an eventuelle Schäden auf eigene Koste zu beheben oder punkten mit einer Haftpflichtversicherung die einen Schadensfall reguliert. Zieht bei Ihnen ein älteres Haustier mit ein, ist auch das eine wichtige Information für den Makler. Ältere Tiere schlafen häufig fast den gesamten Tag, sind meist sehr unauffällig und richten daher kaum Schäden an.

 

Selbstauskunft: Ein deutliches Anzeichen für echtes Interesse

Auch wenn rein rechtlich weder der Makler noch der Vermieter ein Anrecht darauf haben: Reichen Sie eine Selbstauskunft mit Ihren Unterlagen ein (https://elb-estate.de/downloads) Hier gibt es eine Selbstauskunft als Formular zum Download). Sie signalisieren Ihrem Gegenüber bei der Besichtigung damit, dass Ihr Interesse wirklich ernst gemeint ist und dass Sie mit offenen Karten spielen. Der Makler wird es wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wenn Sie die Selbstauskunft vollständig ausfüllen. Dabei ist natürlich absolute Ehrlichkeit oberstes Gebot. Denn wenn der Makler im Nachhinein feststellt, dass bei der Selbstauskunft „geschummelt“ wurde, gehören Sie garantiert nicht mehr zum engeren Bewerberkreis.

 

Für den Fall der Enttäuschung: Schlagen Sie eine Brücke

Sollten Sie während der Besichtigung feststellen, dass die Wohnung eigentlich doch so gar nicht Ihren Vorstellungen entspricht, seien so fair, dies dem Makler oder Vermieter auch zu sagen. Es wird garantiert positiv zur Kenntnis genommen, dass Sie auf diese Weise unnötigen Kommunikationsaufwand vermeiden. Und fragen Sie bei der Gelegenheit unbedingt, ob Ihr Gegenüber vielleicht eine Alternative in Petto hat – nach einem angenehmen Besichtigungstermin bleiben Sie bestimmt in guter Erinnerung.

 

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